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Desiring God

Pornographie und der Krieg um die Welt

5. Juli 2026Greg Morse8 Min. Lesezeit

Es war ein erbärmlicher Tod. Schon die Vorstellung dieser Szene löst beim Leser, besonders beim männlichen Leser, Unbehagen aus.

Der Zeitpunkt war mit teuflischer Berechnung gewählt und gründete auf einer hinterhältigen Täuschung. Der Plan ging auf. Wie erbarmungslos die Söhne Jakobs doch waren: Sie machten ihre Gegner zuerst kampfunfähig und wehrlos, bevor sie sie vernichteten. Es brauchte nur zwei Männer, die von Rache erfüllt waren, um sämtliche Männer der Stadt zu töten, während diese hilflos umherhinkten und vergeblich versuchten, sich zu verteidigen.

Man kann sich vorstellen, was die Opfer gedacht haben mögen: Wie können unsere Feinde uns auf diese Weise angreifen? Haben diese Männer keinerlei Scham? Wollen sie uns wirklich töten, während wir uns nicht einmal verteidigen können? Sind das Männer Gottes oder Dämonen, dass sie uns so hinterhältig, ehrlos und niederträchtig auslöschen?

Drei Tage zuvor waren alle Männer der Stadt beschnitten worden. Man stelle sich ihren Schock vor, als sie genau in diesem Zustand plötzlich angegriffen wurden. Man sieht sie förmlich vor sich: wie sie nur mühsam gehen können, das Gleichgewicht verlieren, schwanken, vor Schmerzen das Gesicht verziehen; vorübergehend unfähig zu kämpfen, entkräftet und wehrlos.

Die Söhne Jakobs hatten Hamor und dessen Sohn Sichem versprochen, dass sie ihre Töchter den Männern der Stadt zur Frau geben würden, insbesondere Dina, in die Sichem sich verliebt hatte, obwohl er sie zuvor entehrt und gedemütigt hatte, wenn sich alle Männer der Stadt diesem empfindlichen Eingriff unterziehen und das Bundeszeichen der Hebräer annehmen würden.

Sichem zögerte keinen Augenblick. Für Dina war er zu allem bereit. Er überzeugte auch die übrigen Männer der Stadt, indem er ihnen versprach, dass sie durch die Heirat mit den Israeliten deren Vieh und Besitz gewinnen würden. Überzeugt ließ sich jeder Einzelne beschneiden. Als die Männer dann geschwächt und ans Bett gefesselt waren, fielen Simeon und Levi wie Löwen über eine Herde verstümmelter Zebras her.

„Am dritten Tag aber, als sie Schmerzen hatten, nahmen zwei Söhne Jakobs, Simeon und Levi, die Brüder Dinas, jeder sein Schwert, überfielen die sorglose Stadt und töteten alle männlichen Einwohner.“ ()

„In der Liebe und im Krieg ist alles erlaubt“, sagt man. Doch diese grausame Begebenheit führt dieses Sprichwort an seine äußerste Grenze.

Warum greife ich diese Geschichte auf? Weil sie ein Bild dafür ist, was Satan heute mit viel zu vielen Männern in der Gemeinde tut. Er hat sie belogen, ihnen selbst das Messer in die Hand gegeben, das sie entmannen sollte, und ihnen die Fähigkeit genommen, für ihre Brüder zu kämpfen oder im geistlichen Krieg gegen ihn wirksam zu sein. Wir haben Gemeinden voller Männer, die wirkungslos, gelähmt, aufs Abstellgleis geraten und in Gefahr sind, geistlich zugrunde zu gehen.

Was ist heute eines der wirksamsten Mittel, mit dem Gottes Männer kampfunfähig gemacht und der Vormarsch des Missionsauftrags gelähmt wird? Pornografie.

Disqualifiziert

Soldaten im großen Krieg um die Welt und um die Seelen werden kampfunfähig gemacht. Haus für Haus, Soldat für Soldat verspricht Satan heimliche Vergnügungen und verbirgt dabei seine weitreichenden Pläne. Wir neigen dazu, Pornografie als einen kurzfristigen und bedauerlichen Fehltritt einzelner Christen zu betrachten. Doch was geschieht, wenn sich all diese einzelnen Fälle summieren?

Ganze Bataillone werden disqualifiziert, die Streitkräfte geschwächt, Festungen bleiben unbesetzt und sind beinahe verlassen.

Nimm dir einen Moment Zeit und betrachte das Gesamtbild, statt nur den täglichen Kampf des einzelnen Gläubigen, seine Versuchung, sein Nachgeben und seine Scham. Stell dir vor, was sein könnte. Betritt den Kommandoraum, sieh auf die Karte, zähle die Soldaten und achte darauf, wie viele nicht auf dem Schlachtfeld stehen, weil sie zu Hause vor einem Bildschirm sitzen. Sieh, wie viele als starke Männer Gottes dienen könnten, ausgerüstet für große Aufgaben, nun aber in ziviler Kleidung dasitzen, weil sie sich nicht von den flüchtigen Vergnügungen des Fleisches lösen konnten und weiterhin an geheimer Scham gefesselt sind. Sie könnten wie Simson gegen den Feind ausziehen, doch diese Delila hat ihnen das Haar abgeschnitten und damit ihre Kraft genommen. Wie viele hat sie bereits an den Feind ausgeliefert?

Ich habe das selbst erlebt. Eine Gemeinde in einer Gegend mit großer geistlicher Not sucht dringend Männer, die mitarbeiten. Doch sie scheint dauerhaft unterbesetzt zu bleiben. Männer bewerben sich, aber viele kämpfen weiterhin mit Pornografie. Bedürfnisse bleiben unerfüllt, Menschen hören niemals von Christus, weil Männer wegen mangelnder Reinheit zu Hause bleiben.

Man könnte Satans Ergänzung zu Paulus‘ Aufruf in so formulieren:

„Wie sollen sie nun den anrufen, an den sie nicht geglaubt haben? Wie sollen sie aber an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie hören ohne einen Prediger? Und wie sollen sie predigen, wenn sie nicht gesandt werden?

Und wie sollen sie gesandt werden, wenn sie an der Pornografie festhalten?“

Auf diese Weise gelingt es Satan, Männer, Frauen und Kinder ins Verderben zu ziehen. Generation um Generation tritt vor den Richterstuhl Gottes, ohne die Wahrheit kennengelernt zu haben, weil Männer, die diese Wahrheit kannten und hätten gehen sollen, niemals gegangen sind. Warum? Weil sie sich in der Dunkelheit ihrer eigenen Zimmer nicht beherrschen konnten. Wie die Männer Sichems haben sie sich selbst kampfunfähig gemacht.

Wie viele Missionare fehlen heute an ihrem Einsatzort, weil sie diesen Kampf nicht gewonnen haben? Wie viele Männer könnten Hirten einer Ortsgemeinde oder Gemeindegründer in den unerreichtesten Teilen unserer Städte sein, gelten aber als „vermisst“, nicht weil ihnen der Wunsch fehlt, sondern weil ihnen der Sieg fehlt? Wie viele gottgefällige Ehen kommen nie zustande, und wie viele Kinder werden niemals geboren, weil zukünftige Väter weiterhin nach dem Fleisch leben?

Hasst du es nicht?

Es ist nicht meine Absicht, auf Männern herumzuhacken. Auch Frauen kämpfen zunehmend mit Pornografie und werden ebenso durch andere Sünden im Dienst für Gott ausgebremst. Meine Absicht ist vielmehr, den Abscheu zu wecken, den jeder Christ gegenüber dieser Sünde haben sollte. Ich hasse Pornografie. Ich hasse, was sie jungen Männern antut. Ich hasse, was sie Ehen antut. Ich hasse, was sie älteren Männern und sogar langjährigen Dienern Gottes antut, die kurz vor dem Ende ihres Glaubenslaufs noch zu Fall kommen. Ich hasse, wie leicht sie zugänglich ist. Ich hasse ihre Heimlichkeit. Ich hasse, dass Satan sie dazu benutzt, Männer und Frauen kampfunfähig zu machen, die zu so viel Größerem geschaffen wurden.

So viele geistliche Schlachtschiffe laufen auf Grund, weil sie von dieser Verführung unter der Wasseroberfläche getroffen wurden. So viele Menschen haben das Evangelium noch nie gehört, weil ein leuchtender Bildschirm diejenigen gefangen hält, die eigentlich Arbeiter in Gottes Erntefeld sein sollten. Das Reich Gottes breitet sich weit weniger aus, als es könnte, und das Licht der Welt leuchtet schwächer. Jede Nacht sieht der Mond Männer, die ihre himmlische Berufung gegen einen flüchtigen sexuellen Genuss eintauschen.

Hasst du Pornografie nicht auch? Sie ist eine Täuschung, die zahllose Soldaten lähmt; ein Rotes Meer, das viele aus Gottes Volk verschlingt; eine Löwengrube, die angehende Daniels verschluckt; ein Spaziergang auf dem Dach, der Könige zu Fall bringt; ein Harem fremder Frauen, der selbst den Weisen das Herz raubt; ein Achan im Lager, der Israel die Schlacht verlieren lässt; ein gewaltiges Gebirge der Sünde, das der Erlöser an seinem Leib ans Kreuz getragen hat.

Im Himmel wird sie nicht das letzte Wort haben. Doch hier auf der Erde richtet sie großen Schaden an. Sie entwaffnet Gottes Volk, lähmt unsere Streitwagen und öffnet den Feinden die Tore, die uns vernichten wollen. Männer Gottes, tötet die Pornografie und zieht ungehindert mitten hinein in den Kampf. Befreit euch von dieser Last und diesem Schatten. Ihr seid zu weit Größerem neu geschaffen worden. Das wisst ihr selbst. Satan weiß es. Und Christus weiß es ebenfalls.

Träume, Bruder

Die Täuschung besteht darin, zu glauben, es sei nur dieses eine Mal, ein kurzer Fehltritt ohne große Folgen. Die Männer Sichems fühlten sich an jenem Tag sicher. So fühlen sich vielleicht auch viele heute – bis ihnen bei einer Bewerbung oder in einem Vorstellungsgespräch die Frage gestellt wird: „Wann haben Sie zuletzt Pornografie angesehen, sich sexuellen Fantasien hingegeben oder masturbiert? Erzählen Sie uns: Wie steht es um die Reinheit Ihres Gedankenlebens?“ Dann wird die Täuschung entlarvt. Dann wird der Bewerber abgelehnt. Dann bleibt der Soldat zu Hause. Dann bleiben die Lügen jenes Landes unwidersprochen und seine Bewohner ohne das Evangelium.

Träume Bruder, träume. Nicht nur davon, wie ein Leben ohne Pornografie aussehen würde, als wäre der Löwe endlich aus deinem Haus verschwunden, sondern davon, was Gott aus deinem Leben machen könnte: ein Zuhause voller Familie, Menschen, die durch dich von Christus hören, und ein Leben im Dienst eines Sieges, der diese Welt überdauern wird.

Lasst dies zu eurem Lied und zu eurem freudigen Entschluss werden, ihr fröhlichen Männer des auferstandenen Königs:

Dort, wo die Schatten am tiefsten liegen,
tragt das unverfälschte Licht der Wahrheit hin.
Wo die dunkelsten Verbrechen herrschen,
zeigt das rettende Zeichen des Kreuzes.

Den Müden und Erschöpften
verkündet das Reich, in dem alles Leid endet.
Zu den Ausgestoßenen und Verlassenen
sprecht von Barmherzigkeit und Frieden.

Lasst das Banner weiter wehen,
lasst das Schwert des Geistes gezogen bleiben,
bis die Königreiche dieser Welt
das Reich unseres Herrn geworden sind.


Dieser Beitrag erschien zuerst bei Desiring God. Übersetzt von Ronny Käthler. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung.
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Greg Morse

Greg Morse

Autor

Greg Morse ist Mitarbeiter von Desiring God und Absolvent des Bethlehem College and Seminary. Er und seine Frau Abigail leben mit ihrem Sohn und ihren drei Töchtern in Saint Paul.

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