Mission

Missionar, dein Leben macht Sinn

Seth Porch4 Min. LesezeitQuelle: Desiring God

Auf einen Blick

Das Leben eines Missionars wirkt auf den ersten Blick unvernünftig. Doch hinter dem Verzicht auf Sicherheit und Heimat steckt eine tiefere Logik des Glaubens – gegründet auf die unerschütterlichen Verheißungen Gottes.

In einer Welt, die auf sofortige Befriedigung ausgerichtet ist, ergibt das Leben eines Missionars schlicht keinen Sinn. Warum sollte irgendjemand die Sicherheit eines Arbeitsplatzes, den Komfort des eigenen Zuhauses und die Vertrautheit von Freunden, Familie und Kultur aufgeben, nur um das Evangelium unter einem fremden Volk an einem fremden Ort zu verkündigen?

Die Entscheidung, ein „normales“ oder „sicheres“ Leben gegen eines im missionarischen Dienst einzutauschen, wirkt auf viele voreilig, leichtsinnig oder unüberlegt. Nach weltlicher Logik ist sie das auch. Sie erinnert an jene halsbrecherische Entscheidung einiger Fischer vor langen Jahren, als ein ehemaliger Zimmermann, von manchen als Messias gepriesen, sie rief, ihre Netze liegenzulassen und das Meer zu verlassen. „Sogleich verließen sie ihre Netze und folgten ihm nach“ (). Unbesonnen. Übereilt. Unklug.

Aber stimmt das wirklich? Oder steckt da mehr dahinter? Könnte es so etwas geben wie eine „tiefere Logik“, die jenen vermeintlich leichtsinnigen Entscheidungen zugrunde liegt, dem Loslassen des Vertrauten und dem Wagnis des Gehorsams auf den Ruf des Zimmermanns hin? Was der Welt als Torheit gilt: Könnte das Leben eines Missionars vielleicht doch Sinn ergeben?

Die tiefere Logik des Glaubens

Eine tiefe, scheinbar einfache und doch weitreichende Logik trägt den christlichen Glauben. Setze ein irdisches Leben beiseite, alles, worauf du hoffst und was du aus persönlichem Ehrgeiz, Erfüllung oder Vergnügen verfolgst, als Antwort auf den Ruf des lebendigen Gottes, und du wirst weit mehr gewinnen, als du dir erhoffen könntest: sowohl in der flüchtigen Gegenwart als auch und erst recht in der ewigen Welt, die kommen wird (; 10:29–30).

Diese Logik entfaltet sich in voller Klarheit in . Der Verfasser schreibt an Christen, die daran denken, in „sicherere“ Gefilde zurückzukehren, und ruft ihnen den Glauben der Patriarchen und Dichter, der Fürsten und Prostituierten und Propheten in Erinnerung, Männer und Frauen, die im Glauben „Königreiche überwältigten, Gerechtigkeit übten, Verheißungen erlangten, Löwenmäuler zustopften, feurige Glut auslöschten, dem Schwert entrangen, aus der Schwachheit stark wurden, mächtig im Krieg wurden, fremde Heere verjagten“ (Verse 33–34). Sie litten vieles, weil sie eine „Heimat“ suchten, „ein besseres, nämlich himmlisches Vaterland“ (Verse 14.16). Sie folgten Gottes Ruf. Sie ließen ihre Heimstätten zurück; sie verachteten irdische Weisheit und irdischen Reichtum; sie begegneten Mühsal und Herzeleid und begrüßten von weitem „die verheißenen Güter“ (Vers 13).

„Es ist kein Fehler, das Narrengold Ägyptens gegen den gesicherten, reinen Reichtum der Ewigkeit einzutauschen.“

Warum so viel riskieren? Im Vertrauen darauf, dass Gott, der, der alles aus dem Nichts geschaffen hat, seine Verheißungen hält; überzeugt, dass er, den wir nicht sehen können, der König aller Könige und Herr aller Herren, seinem Volk eine ewige Heimat bereitet, in der Gerechtigkeit wohnt, ein Reich, das nicht erschüttert werden kann, eine Stadt, die kommen wird, all diese namentlich genannten und namenlosen Heiligen der Vorzeit gehorchten dem Gebot ihres Herrn gerne und nahmen erhebliches Leid auf sich. Sie wussten: Alles, was sie in dieser Zeit gewinnen könnten, war bloße Asche im Vergleich zu dem Lohn, den er verheißen hatte.

Und so wandten sie sich, das erkennend, wozu Gott sie in seiner Gnade berufen hatte, gehorsam von der Sicherheit und dem sichtbaren Vorteil ihrer angestammten Heimat ab, von den fruchtbaren Landen Mesopotamiens, dem prächtigen Palast des Pharao, den unbeschwerten Weiden in den Hügeln von Bethlehem, um in der Hoffnung durch unbekannte Länder zu ziehen. Inmitten von Feinden lebend, unsicher, was der nächste Schritt bringen würde, blieben sie überzeugt: Der Gott, der sie zu einem Leben als Fremdlinge gerufen hatte, würde seine guten Absichten in und durch sie vollbringen und sie schließlich in das Vaterland führen, nach dem sie sich wirklich sehnten.

Sichere Verheißungen

Dieselbe Logik gilt für den missionarischen Ruf und das bringt uns zurück zum Ausgangspunkt: Ergibt es tatsächlich Sinn, Christi Ruf in ein Leben im missionarischen Dienst zu folgen?

Wenn Missionare ihre Heimat verlassen, von ihrer Ortsgemeinde ausgesandt, um Kulturen zu überschreiten, das Evangelium zu verkündigen und die Gemeinde aufzubauen, tun sie es mit tränennassen Wangen. Missionarischer Dienst geht mit großem Verlust einher. Doch das macht die Entscheidung zu gehen nicht leichtsinnig. Den Komfort des Vertrauten aufzugeben und alle Mühsal des Lebens im Ausland auf sich zu nehmen ist, paradoxerweise, Gewinn. Nein, dieser Gewinn ist nicht die weltliche Wette auf messbare Profite. Missionare jagen solch mittelmäßigen Belohnungen nicht nach. Stattdessen umfassen sie im Glauben die Verheißung, dass Gott seine gehorsamen und treuen Knechte mit nichts Geringerem belohnt als mit dem ewigen Leben in seiner Gegenwart.

Im hellen Licht der Verheißungen Gottes erscheinen der Verlust und die Mühsal, die mit der Mission verbunden sind, ich wage es zu sagen, gering. Im Mitten des Leidens fühlt es sich freilich nicht immer so an. Aber wenn die Augen des Glaubens auf die ewige Stadt blicken, wenn die Ohren des Glaubens das Lied des regierenden Königs hören, wenn das Herz des Glaubens festhält, was verheißen ist, dann treten Heilige mit Füßen des Glaubens mutig in unbekanntes Terrain, und zählen ihre Verluste für gering, wenn sie ihr Leben im Dienst Christi hingeben dürfen. Es ist kein Fehler, das Narrengold Ägyptens gegen den gesicherten, reinen Reichtum der Ewigkeit einzutauschen.

Missionar, dein Leben ergibt Sinn. Ja, du wirst leiden. Ja, die Tränen sind echt. Aber die Verheißung des Zimmermanns bleibt gewiss. Hab keine Angst, die Netze loszulassen, denn der, der verheißt, ist treu.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Desiring God. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung. Mehr von Desiring God.

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Seth Porch ist Doktorand an der University of Aberdeen und Absolvent des Bethlehem College and Seminary. Er lebt mit seiner Frau und drei Kindern in Minnesota.

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