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Es ist nicht schwer sich folgendes vorzustellen: Du bist 25 Jahre alt und Christ. Du willst ein guter Christ sein. Du willst eine sensible Seele entwickeln. Du willst Dinge vermeiden, die deine Zuneigung zu Gott abstumpfen. Du schaust auf dein Leben und auf alles, was diese Welt dir anbietet. Vieles davon macht Spaß. Es ist angenehm. Du kannst zu fast jedem Instagram-Spot auf dem Planeten fliegen. Du kannst unzähligen Hobbys nachgehen. Digitale Inhalte, Serien, Bücher, Podcasts stehen dir zur Verfügung, kaum nachdem sie online sind. Dinge, die du online bestellst, liegen noch am selben Tag vor deiner Tür. Du kannst jede Woche neue Kleidung tragen und jeden Tag guten Kaffee genießen. Selbst mit einem knappen Budget steht dir ein Überfluss zur Verfügung, den sich unsere Großeltern nicht hätten vorstellen können.
Dann öffnest du deine Bibel und liest mahnende Geschichten wie die beiden, die wir heute in unserem Bibelleseplan gelesen haben. In fiel Demas ab, weil er diese Welt liebgewonnen hatte. In weigerte sich der reiche Jüngling, seinen Reichtum aufzugeben, um Christus nachzufolgen. Die Liebe zu dieser Welt kann dein Herz für immer von Gott trennen und das alles wirft eine schwere Frage auf. Heute bei Ask Pastor John: Die Lustfalle.
Die Frage kommt von einer anonymen Frau, 25 Jahre alt, die gerade den 2. Timotheusbrief liest. „Pastor John, vielen Dank für den Podcast, der fester Bestandteil meiner wöchentlichen Routine ist. Wenn ich die Liste der Sünden der letzten Tage durchgehe, erschrecke ich. Paulus stellt ‚Vergnügungsliebende‘ direkt neben Menschen, die ‚verleumderisch‘ und ‚herzlos‘ sind (). Ein wenig später berichtet er, dass Demas seine Aufgabe im Evangelium aufgab, weil er ‚diese gegenwärtige Welt liebgewonnen hat‘ (). Mein ehrliches Problem ist, dass mir ‚diese gegenwärtige Welt‘ manchmal viel befriedigender vorkommt als die Hoffnung auf die Wiederkunft Jesu. Wenn der Christliche Hedonismus sagt, ich soll nach maximaler Befriedigung in Gott streben, wie erkenne ich dann, wann meine Liebe zu einem Hobby oder einer Beziehung zur Sünde des Demas geworden ist? Wäre es nicht geistlich sicherer, einfach jede Fähigkeit abzutöten, irdische Dinge zu genießen?“
Ein universeller Kampf
Ich glaube, es ist keine Übertreibung zu sagen, dass jeder Christ mit dem ringt, was diese junge Frau so formuliert: „Mein ehrliches Problem ist, dass mir diese gegenwärtige Welt manchmal viel befriedigender vorkommt als die Hoffnung auf die Wiederkunft Jesu.“ Ich denke, das ist eine nahezu universelle Versuchung, Erfahrung und Auseinandersetzung.
Einer der Gründe, warum das ein universeller Kampf ist, liegt zunächst darin, dass diese Welt über die körperlichen Sinne Zugang zu unserer Seele hat. Wir können diese Welt mit unserer physischen Zunge schmecken, mit unseren physischen Ohren hören, mit unseren physischen Augen sehen, mit unseren physischen Fingern berühren und mit unserer physischen Nase riechen. Das ist beim auferstandenen Christus nicht der Fall.
Petrus sagt in seinem ersten Brief: „Ihn habt ihr nicht gesehen und liebt ihn doch. Ihr glaubt an ihn, obwohl ihr ihn jetzt nicht seht, und jubelt mit unaussprechlicher, von Herrlichkeit durchstrahlter Freude“ (). Petrus glaubt also, dass unsere Erfahrung mit Jesus durch den Geist Gottes und das Wort Gottes so wirklich sein kann, dass wir ihn mit unaussprechlicher und verherrlichter Freude lieben; auch in dieser gegenwärtigen Welt. Das ist möglich für Christen, für ganz gewöhnliche Menschen, die vom Heiligen Geist erfüllt sind.
Aber was, wenn dem nicht so ist? Was, wenn die Welt so stark ist, dass wir mehr Freude an der Welt haben als an Christus? Die junge Frau fragt, ob die Lösung für diesen Kampf darin bestünde, jede Fähigkeit abzutöten, irdische Dinge zu genießen. Die Antwort lautet: Nein. Das ist aus mehreren Gründen nicht die richtige Strategie.
Richte dein Herz auf Gott aus
Erstens: Es ist unmöglich. Gott hat die Zunge zum Schmecken, die Haut zum Fühlen, die Nase zum Riechen, die Augen zum Sehen und die Ohren zum Hören geschaffen. Du kannst diese Sinne nicht davon abhalten, Dinge als angenehm oder unangenehm wahrzunehmen, das geht einfach nicht. Die Dinge werden sich dir praktisch automatisch durch deine Sinne als angenehm oder unangenehm einprägen, und du kannst das nicht stoppen. Gott hat dich so gemacht. Egal, wie sehr du versuchst, ein Asket zu sein (irgendwo in einer Höhle zu leben und Kleidung mit kratzigen Innenflächen zu tragen), irgendeine Freude wird durch einen deiner Sinne oder deine Vorstellungskraft hindurchsickern. Das ist der erste Grund. Du solltest nicht versuchen, alle Freude abzutöten, weil es nicht funktioniert. Es ist unmöglich. Es ist eine Sackgasse. Gott hat dich so gemacht, dass du diese Dinge als angenehm oder unangenehm wahrnimmst.
Der zweite Grund ist noch wichtiger: Du solltest es auch deshalb nicht versuchen, weil die Bibel lehrt, dass die Freuden dieser Welt in ihrem rechten Maß ein Geschenk Gottes sind, das um Gottes willen genossen werden soll. Das ist der grundlegende biblisch-theologische und geistliche Grund.
So heißt es etwa in : „Den Reichen in der jetzigen Welt gebiete, nicht hochmütig zu sein und ihre Hoffnung nicht auf den unsicheren Reichtum zu setzen, sondern auf Gott, der uns alles reichlich darbietet, damit wir es genießen.“ Das ist Gottes Absicht. Er hat die Dinge erschaffen und er hat auch die Freude geschaffen, die diese Dinge wecken.
„Jede angenehme Sache, die du im Laufe des Tages erfährst, soll dein Herz auf Gott ausrichten.“
Paulus sagt sogar, es könne dämonisch sein, sich gegen die Freuden zu wenden, die Gott uns gegeben hat. In bezeichnet er es als eine Lehre von Dämonen, was wirklich erstaunlich ist, „die Ehe zu verbieten und Speisen zu verbieten, die Gott geschaffen hat, damit die Gläubigen und die, die die Wahrheit erkannt haben, sie mit Danksagung empfangen. Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird; es wird geheiligt durch das Wort Gottes und das Gebet“ ().
Manche lehrten also zu Paulus‘ Zeit, dass Geschlechtsverkehr, Ehe und Essen gemieden werden sollten. Sie versuchten genau das zu tun, woran unsere junge Freundin überlegt: Wäre es nicht besser, einfach jede Fähigkeit abzutöten, irdische Dinge zu genießen? Genau das sagten sie im Wesentlichen und Paulus‘ Antwort in und 6 lautet: „Nein, diese Freuden sind Gottes Geschenke, die mit Dankbarkeit empfangen werden sollen.“ Mit anderen Worten: Sie sollen unser Herz auf Gott ausrichten; nicht weg von Gott, sondern hin zu Gott. Sie sind kein Selbstzweck. Sie teilen etwas von Gott mit, und wir sollen ihn durch irdische Freuden erkennen und ihn anbeten. Wenn wir das nicht können, machen wir etwas falsch. Dann sind sie zum Götzen geworden.
Gottes Zeugnis
Paulus formuliert es in so: Gott „hat sich selbst nicht unbezeugt gelassen, indem er Gutes getan hat, indem er euch vom Himmel Regen gab und fruchtbare Zeiten und eure Herzen mit Nahrung und Freude erfüllte.“ Paulus nennt Nahrung und Freude ein Zeugnis von Gott über Gott. Das ist Gottes Zeugnis über sich selbst. „Achtung, Leute! Du freust dich über etwas, das du gerade gegessen hast? Das ist mein Zeugnis an dich. Es geht um mich. Wacht auf.“
Es ist falsch, Gottes Zeugnis über sich selbst zu ignorieren. Wir sollen Gottes Zeugnis empfangen und unser Herz durch jede irdische Freude auf Gott ausrichten, was uns dann zu der Frage führt, die sie gestellt hat: „Wie erkenne ich, wann meine Liebe zu einem Hobby oder einer Beziehung zur Sünde des Demas geworden ist?“, dessen Liebe zur Welt ihn wegführte: weg von Gott, weg vom christlichen Glauben statt hin zu Gott ().
Ich glaube, Paulus gibt uns in einen Denkrahmen dafür. Er sagt: „‚Alles ist erlaubt‘, aber nicht alles nützt. ‚Alles ist erlaubt‘, aber nicht alles baut auf.“ Er sagt also: Etwas kann legitim und dennoch nicht hilfreich sein, legitim und dennoch nicht erbauend. Es stärkt den Glauben nicht. Es macht dich nicht stärker, sondern schwächer.
Das bedeutet: Du kannst deine Freuden daran prüfen, ob sie hilfreich und erbauend sind. Du hast ein Hobby und eine Beziehung erwähnt, hilft dir das Hobby, Christus mehr zu lieben? Hilft es dir, intensiver und bewusster zu beten? Hilft es dir, klarer und mutiger von Christus zu zeugen? Vertieft oder schwächt es deine Zuneigung zu Jesus? Lässt es das Bibellesen verlockender oder beschwerlicher erscheinen? Untergräbt es deinen Frieden mit Gott oder nährt es ihn? Lässt es die Frucht des Geistes natürlicher, erfreulicher und häufiger in deinem Leben aufblühen oder behindert es Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue und Selbstbeherrschung ()? Verdrängt es heilsame Gedanken aus deinem Geist und ersetzt sie durch Gedanken, die dein Gewissen belasten? Macht es dich empfänglicher für gottgefällige Gesellschaft oder weniger empfänglich?
Diese Fragen ließen sich noch lange fortsetzen.
Wenn dich diese Prüffragen überführen, gibt es zwei Dinge, die du versuchen kannst. Erstens: eine zeitweise Enthaltsamkeit von der Aktivität. So wie wir für eine Zeit auf Essen verzichten, kannst du auf die Aktivität verzichten. Noël und ich bauen in unser Leben gewissermaßen Fastenzeiten ein, bei denen wir bestimmte Dinge, die wir genießen und die wir morgens und abends, Tag für Tag tun könnten, einfach nicht tun. Wir setzen uns Grenzen, um unser Herz zu überprüfen. Tu es weniger oft, um das, was möglicherweise einen übermäßigen Griff auf dich hat, zu lockern. Das Zweite, was du versuchen kannst: Bemühe dich bewusst darum, die unschuldigen Freuden, die dein Hobby dir bereitet, dein Herz auf Gott ausrichten zu lassen. Konzentriere dich darauf, damit die Freuden verwandelt werden und zwar von Versuchungen zur Abgötterei auf der einen Seite hin zu Gelegenheiten der Anbetung auf der anderen Seite.
Dieser Beitrag erschien zuerst bei Desiring God. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung. Mehr von Desiring God.
