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Gehe dieses Risiko für Jesus ein!

Scott Hubbard8 Min. Lesezeit

Wann hast du zuletzt den Impuls verspürt, etwas Neues und Kühnes für Jesus zu tun – und dann doch kurz um dich geschaut, darüber nachgedacht, wie seltsam du vielleicht wirken würdest, und den Wunsch wieder ersticken lassen?

Manchmal ist dieser Anstoß eher klein: In der gemeinsamen Anbetung niederknien. In einem oberflächlichen Gespräch eine tiefgehende Frage stellen. Anhalten und mit einem Fremden ins Gespräch kommen.

Ein anderes Mal fühlst du dich vielleicht zu etwas Mutigerem bewegt: Einen Bibelkreis in deiner Nachbarschaft starten. Pflegekinder aufnehmen. Einige Brüder sammeln und Straßenpredigt versuchen.

Du spürst diesen inneren Drang, dieses Bewegtwerden. Der Impuls beginnt sich wie eine Frage des Gehorsams anzufühlen. Du stehst unmittelbar davor, zu handeln. Doch dann schaust du dich um und siehst niemanden, den du kennst, der Jesus auf diese Weise nachfolgt. Und so tust du es auch nicht.

Ich kenne dieses Gefühl. Und ich frage mich, ob Jesus dir und mir in solchen Momenten dasselbe sagen würde, was er einst zu Petrus sagte: „Was geht das dich an? Du folge mir nach!“ (). Du folge mir nach: Nimm die Gaben, die er dir gegeben hat, die Möglichkeiten, die vor dir liegen, die Lasten, die er dir aufs Herz gelegt hat – und mach dir nicht zu viele Gedanken darüber, was andere tun oder was sie denken könnten. Richte stattdessen deinen Blick fest auf Jesus und folge ihm so treu nach, wie du kannst.

„Du folge mir nach“

Diese drei einfachen Worte – „Du folge mir nach“ – erinnern uns daran, dass Christen einander sowohl erstaunlich ähnlich als auch bemerkenswert verschieden sind.

„Du folge mir nach“, sagt Jesus zu uns allen. Wir richten unseren Blick auf denselben Jesus, denselben Herrn, der uns in dasselbe Bild verwandelt (). Wer wir auch sind, woher wir auch kommen – wir alle wollen ihm so ähnlich werden, wie wir nur können.

Aber wenn Jesus sagt: „Du folge mir nach“, dann meint er wirklich dich – dich mit deiner eigenen Persönlichkeit, deinem einzigartigen Hintergrund, deinen besonderen Gaben, deinen konkreten Sehnsüchten und deinen ganz spezifischen Lebensumständen. Der Ruf ergeht an Väter und Mütter, an Alleinstehende und Verheiratete, an Lehrer, Ingenieure und Künstler, an Menschen, die in der Gemeinde aufgewachsen sind, und an solche, die aus der Welt kommen – mit all der erstaunlichen Vielfalt, die das Bild Gottes umfasst.

Weil Jesus uns ruft, ihm nachzufolgen, können wir viel von denen lernen, die auf diesem Weg weiter vorangeschritten sind; wir sollen die nachahmen, die Christus nachahmen (). Aber weil Jesus uns ruft, ihm nachzufolgen, wird unsere Nachfolge sich manchmal von der anderer unterscheiden – und für manche vielleicht sogar seltsam aussehen. Petrus wird nicht überall hingehen, wo Johannes hingeht; Johannes wird nicht alles tun, was Petrus tut. Das Auge und das Ohr haben beide ihren Platz.

In gesunden Gemeinden lernen Christen viel voneinander, aber sie richten ihren ersten und wichtigsten Blick auf Jesus selbst. Sie wissen, dass Jesus sie vielleicht dorthin ruft, wo andere nicht hingehen, dass er sie Dinge sagen lässt, die andere nicht sagen, und Dinge versuchen lässt, die andere nicht wagen. Sie suchen weiterhin den Rat ihrer Gemeinschaft, um den Weg in Weisheit zu prüfen, doch sie halten ihren Blick fest auf den, der sein Volk oft in unterschiedliche Richtungen führt. Sie bleiben offen für Überraschungen.

Und wenn sich – wie bei Petrus – ihr Blick unmerklich von Christus auf andere richtet und sie fragen: „Herr, was ist aber mit diesem?“, dann lenkt Jesus ihren Blick wieder auf sich: „Was geht das dich an? Du folge mir nach!“ ().

Farblos vorhersehbar

Nun war die Situation von Petrus nicht ganz dieselbe wie unsere. Er zögerte nicht aus Angst vor der Meinung anderer (soweit wir erkennen können). Aber er sah den Weg, den Jesus ihm vorzeichnete – Hirtendienst, gefolgt vom Martyrium () – und wandte sich sofort von Jesus zu Johannes: Und was ist mit ihm? Er wollte erst weitergehen, wenn er wusste, wie seine Berufung im Vergleich zu der seines Bruders aussah. Jesu Antwort gibt uns ein bleibendes Prinzip: Lass deinen Gehorsam von dem Herrn vor dir bestimmen, nicht von den Jüngern neben dir.

Manche Christen brauchen allerdings kaum Ermutigung, sich von der Masse abzuheben. Sie rufen schon „Amen!“, wenn sonst niemand es tut, und gehen bereitwillig ihren eigenen Weg. Sie sind die geistlichen Kinder Johannes des Täufers, so auffällig wie ein Gewand aus Kamelhaar. Wenn überhaupt, täte es ihnen gut, vor dem Handeln mehr Rat einzuholen.

Die meisten von uns stehen wahrscheinlich auf der anderen Seite. Wir fallen zu wenig auf. Wir tragen Tag für Tag verschiedene Beige-Töne. Wir folgen Jesus nur so, wie wir es bei anderen sehen – nur auf eine Weise, die keine Aufmerksamkeit erregt. Wir sind auf eine fade, unevangeliumsgemäße Weise berechenbar geworden.

Wer auf das „Du folge mir nach“ hört und darauf reagiert, wird im Lauf der Zeit neue Risiken eingehen und neue Wege beschreiten – unabhängig von seiner Persönlichkeit. Paulus und Barnabas werden in neue Länder aufbrechen. Markus wird das erste Evangelium schreiben. Pastoren werden Gemeinden an schwierigen Orten gründen. Von Natur aus ängstliche Menschen werden mutige Worte sprechen. Von Natur aus Draufgängerische werden sich den Schwachen und Behinderten zuwenden.

„Wie viele schöne Ideen verwerfen wir zu schnell, weil sie uns zu gewagt erscheinen?“

Doch ein solcher mutiger Gehorsam wird nur dann Wirklichkeit, wenn „Du folge mir nach“ mehr Gewicht hat als das, was andere tun oder denken könnten. Wie viele schöne Ideen verwerfen wir vorschnell, weil sie uns zu kühn erscheinen? Wie oft stirbt ein gutes Werk, weil wir zu lange auf die Menschen um uns herum schauen und zu wenig auf den Herrn vor uns? Wie oft haben wir zugelassen, dass die Meinungen von Ungläubigen – oder sogar von anderen Christen – das Salz aus unserem Leben rauben?

Ich will damit nicht sagen, dass du anfangen sollst, deine Geschwister als ungehorsam zu beurteilen, während du dich auf das „eigentlich“ christliche Leben einlässt. Nur weil du ein Kind adoptierst oder von Tür zu Tür evangelisierst, heißt das nicht, dass sie es auch tun sollten. Vielleicht folgen sie Jesus genau so, wie er es von ihnen möchte. Ich möchte nur sagen: Lass ihre guten Werke nicht die Grenzen für deine eigenen setzen. Was, wenn er dich dazu führen will, in deinem Umfeld etwas Neues zu tun?

Folge den Geschichten

Wie traurig wäre die Kirchengeschichte, wenn Gottes Volk seinen Gehorsam immer auf das beschränkt hätte, was es sehen konnte. Paulus hätte angesichts der Heuchelei von Petrus geschwiegen. Das Evangelium wäre bei den Juden geblieben. Augustinus hätte nie seine Bekenntnisse geschrieben. Luther wäre Mönch geblieben. Wilberforce hätte die Sklaverei einfach hingenommen. Whitefield und die Wesleys hätten nur in geschlossenen Räumen gepredigt.

Und wie traurig wäre die Geschichte unseres eigenen Lebens. Was, wenn der Mensch, der dir von Jesus erzählt hat, nicht auf seine Stimme gehört hätte: „Du folge mir nach“? Was, wenn diejenigen, die dich am meisten prägen, geschwiegen hätten, statt zu ermahnen, zu korrigieren und dir nachzugehen? Die Brüder und Schwestern, die wir so bewundern – die, die reden, evangelisieren, singen und beten auf eine Weise, die uns bewegt, herausfordert und danach verlangen lässt, Christus ähnlicher zu werden – sind das nicht gerade die, die „Du folge mir nach“ hören und gehorchen?

So ist es auch mit unserer eigenen Geschichte des Gehorsams. Sind nicht viele der besten Momente unserer Seele jenseits des Risikos entstanden? Wir fürchteten uns vor einem schwierigen Gespräch – doch dann haben wir es geführt, und wie viel Gutes daraus entstand! Wir haben die Kosten überschlagen und uns dennoch einer Gemeindegründung angeschlossen – und wie dankbar sind wir heute dafür! Selbst wenn unsere Versuche, Jesus mutig nachzufolgen, uns scheitern lassen, sind wir nicht oft trotzdem dankbar dafür, wie Gott uns gerade im Fallen formt? Es ist besser, auf den Wellen gehend unterzugehen, als im Boot sitzen zu bleiben.

Nachfolge beginnt mit dem ersten Schritt

Wenn es sich für dich (wie auch für mich) ungewohnt anfühlt, Jesus so frei und entschlossen nachzufolgen, dann denk daran: Du bist ihm bereits auf diese Weise nachgefolgt. Unsere tägliche Nachfolge ist in gewisser Weise nur die Fortsetzung dieses ersten Schrittes.

Erinnerst du dich daran, was geschah, als Jesus dich zum ersten Mal rief? Da warst du – vielleicht in der Schule oder im Studium, vielleicht als junger Elternteil oder in einer späteren Lebensphase. Du lebtest mitten unter der Menge. Doch dann hörtest du die Stimme Jesu in seinem Wort, die sagte: „Folge mir nach.“

Als du aufblicktest, hast du wahrscheinlich einige gesehen, die ihm folgten – aber noch viel mehr, die es nicht taten: Familie, Freunde, Mitschüler, Nachbarn, Kollegen. Du warst ein Nikodemus unter Pharisäern, ein Suchender inmitten von Unglauben. Aber du konntest diese Stimme nicht mehr abschütteln. Sein Ruf war zu anziehend, seine Herrlichkeit zu überwältigend. Also hast du noch einmal auf die Menge geschaut und gesagt: „Was geht mich das an? Ich folge ihm nach.“

Heute bist du oft in der Gemeinschaft mit anderen, die ihm ebenfalls nachfolgen. Doch auch jetzt gilt: Der Herr, der dich beim Namen gerufen hat, hat weiterhin deinen ersten und höchsten Anspruch. Manchmal wird er dich dazu führen, Dinge zu sagen, zu tun und zu wagen, die selbst andere Christen überraschen.

Doch selbst wenn du für einen Moment nicht im Gleichschritt mit deinen Geschwistern gehst, bist du nicht außerhalb des Willens deines Herrn. Denn wohin auch immer er dich ruft, ihm nachzufolgen – dort ist er.


Dieser Beitrag erschien zuerst bei Desiring God. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung. Mehr Ressourcen von Desiring God.

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Autor

Scott Hubbard ist Lehrer und leitender Redakteur bei Desiring God, Pastor der All Peoples Church und Absolvent des Bethlehem College and Seminary. Er lebt mit seiner Frau Bethany und ihren drei Söhnen in Minneapolis.

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