Sakramente

Ist diese junge Person bereit für die Taufe

Scott Daniel6 Min. LesezeitQuelle: 9marks

Klärende Fragen und Überlegungen für Gemeinden

Zusammenfassung: Scott Daniel stellt drei klärende Fragen sowie einige dazugehörige Überlegungen vor, die Gemeinden dabei helfen sollen zu beurteilen, ob ein junger Mensch bereit ist, sich taufen zu lassen. Die endgültige Entscheidung liegt bei der Gemeinde. Sie muss sorgfältig prüfen, ob der junge Mensch bereit ist, Jesus nachzufolgen, ob er die Verantwortlichkeiten einer Gemeindemitgliedschaft übernehmen kann und ob die Gemeinde im Ernstfall auch bereit wäre, ihn im Rahmen der Gemeindezucht auszuschließen. Deshalb ist es ratsam, bei solchen Entscheidungen nichts zu überstürzen.

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Ist dir schon aufgefallen, wie schwierig es oft ist zu erkennen, wann ein junger Mensch bereit ist, sich taufen zu lassen und am Abendmahl teilzunehmen? Natürlich gibt es bei jeder Person eine Vielzahl von Faktoren zu berücksichtigen, und treue Gemeinden sowie aufrichtige Christen können in der Beantwortung dieser Frage zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen kommen. Unabhängig davon möchte ich drei Fragen sowie einige dazugehörige Überlegungen vorstellen, die die Ältesten einer Gemeinde bedenken können, wenn sie jüngere Taufbewerber prüfen.

1. Kann dieser junge Mensch die Kosten eines Lebens in der Nachfolge Jesu überschlagen?

Jesus macht deutlich, dass jemand, bevor er sich öffentlich dazu bekennt, ihm nachzufolgen, verstehen und bejahen muss, was ein Leben in seiner Nachfolge verlangt (). Denke nur an die Versuchungen, denen du als Christ begegnet bist und zu denen du Nein sagen musstest: Geldliebe, sexuelle Sünde, Götzendienst und vieles mehr. Ein Leben lang zu diesen Dingen Nein zu sagen, hat seinen Preis.

Denke daran: Jesus ist nicht wie ein Kreditkartenunternehmen, das auf einem Universitätsgelände Studenten dazu bringen will, einen Vertrag zu unterschreiben, ohne das Kleingedruckte zu lesen. Nein, Jesus zwingt Menschen, die ihm nachfolgen wollen, geradezu dazu, das Kleingedruckte gründlich zu lesen, bevor sie sich entscheiden ()! Wir neigen dazu zu denken, dass es keinen großen Unterschied gibt zwischen jemandem, der nie behauptet hat, Jesus nachzufolgen, und jemandem, der sich zunächst zu ihm bekannte, sich später aber wieder von ihm abwandte. Doch der Herr sieht das anders:

„Denn wer von euch, der einen Turm bauen will, setzt sich nicht zuvor hin und berechnet die Kosten, ob er genug habe, um ihn fertigzustellen? Damit nicht, wenn er den Grund gelegt hat und es nicht vollenden kann, alle, die es sehen, anfangen, über ihn zu spotten und sagen: Dieser Mensch hat angefangen zu bauen und konnte es nicht vollenden.“ ()

Mit anderen Worten: Fang nichts an, was du nicht zu Ende führen kannst.

Auch Jesu Reaktion auf die Menschenmenge am Ende von ist in diesem Zusammenhang hilfreich. Dort heißt es, dass viele „an seinen Namen glaubten, als sie die Zeichen sahen, die er tat“ ().

Eine große Menschenmenge erklärt also, Jesus nachfolgen zu wollen. Wir wären vielleicht versucht, sofort das Taufbecken zu füllen. Jesus jedoch reagiert genau entgegengesetzt:

„Jesus selbst aber vertraute sich ihnen nicht an, weil er alle kannte und es nicht nötig hatte, dass jemand Zeugnis über den Menschen ablegte; denn er selbst wusste, was im Menschen war.“ ()

Viele aus der Menge meinten, sie wollten Jesus nachfolgen. Doch Jesus hatte guten Grund zu bezweifeln, dass sie die Kosten der Nachfolge wirklich überschlagen hatten. Damit kommen wir zurück zur Ausgangsfrage: Kann dieser junge Mensch die Kosten eines Lebens in der Nachfolge Jesu überschlagen?

2. Kann dieser junge Mensch die Verantwortung übernehmen, die das Neue Testament den Gemeindegliedern überträgt?

Das Abendmahl bringt zum Ausdruck, dass alle einzelnen Teilnehmer zu einem Leib gehören (). Zu diesem Leib Christi zu gehören, bringt bestimmte Verantwortlichkeiten mit sich (). Für unsere Fragestellung ist besonders wichtig, dass diese Verantwortlichkeiten für alle Gemeindeglieder gleichermaßen gelten. Mit anderen Worten: Das Neue Testament kennt keine „Kinderversion“ der Gemeindemitgliedschaft. Die Anforderungen gelten für alle Mitglieder gleichermaßen. Deshalb sollten Älteste jedem Taufbewerber die neutestamentlichen Verpflichtungen einer Gemeindemitgliedschaft klar erläutern und prüfen, ob er bereit und in der Lage ist, diesen nachzukommen.

Einige Fragen, die dabei helfen können: Wäre diese Person in der Lage, über den Ausschluss eines Gemeindeglieds wegen Ehebruchs nachzudenken und eine solche Entscheidung mitzutragen? Weniger dramatisch, aber viel häufiger: Könnte sie ein anderes Gemeindeglied liebevoll auf gelebte Sünde hinweisen? Könnte sie darüber abstimmen, einen langjährigen Pastor aus dem Amt zu entlassen, wenn dieser plötzlich die Rechtfertigung, allein aus Glauben an Christus, leugnen würde? Wenn jemand noch nicht bereit ist, solche biblisch begründeten Verantwortlichkeiten zu übernehmen, dann ist diese Person auch noch nicht bereit für die Gemeindemitgliedschaft. Kann dieser junge Mensch diese Verantwortung als Gemeindeglied übernehmen?

3. Würde (und sollte) unsere Gemeinde eine junge Person, wenn nötig, aus der Gemeinde ausschließen?

Das schlimmste Szenario für jedes Gemeindemitglied, unabhängig vom Alter, ist, dass es in unbußfertiger Sünde lebt. In solchen Fällen muss die Gemeinde den Anweisungen Jesu zur Gemeindezucht folgen (). So wie ein Arzt einen Patienten nicht behandeln sollte, wenn er nicht bereit ist, ihm die Diagnose Krebs mitzuteilen, sollte auch eine Gemeinde niemanden als Mitglied aufnehmen, wenn sie nicht bereit ist, dieser Person die Wahrheit über ihre unbußfertige Sünde zu sagen (siehe ). Wenn man aus Liebe bereit ist, jemandem das Abendmahl zu reichen, dann muss man ebenso aus Liebe bereit sein, es ihm gegebenenfalls zu verweigern. Frage dich daher: Würde unsere Gemeinde bei dieser konkreten jungen Person Gemeindezucht ausüben?

Daran schließt sich eine zweite Frage an: Sollte unsere Gemeinde diese junge Person tatsächlich auschließen? Jede Kultur erkennt an, dass es bestimmte Verfahren und Konsequenzen gibt, denen Minderjährige nicht ausgesetzt werden sollten, einfach deshalb, weil sie noch keine Erwachsenen sind. Deshalb lohnt es sich zu überlegen, ob eine so tiefgreifende Veränderung der Beziehungen dieser jungen Person zu den erwachsenen Christen in ihrem Leben nicht besser bis zu einem Zeitpunkt, bis sie älter geworden ist, aufgeschoben werden sollte (; ; ).

Eine Entscheidung der Gemeinde

Keiner der oben genannten Punkte wäre besonders wichtig, wenn Gott festgelegt hätte, dass jeder Mensch selbst die letzte Autorität über seinen geistlichen Stand vor ihm ist. Wäre das der Fall, müsste ein Ältester bei einem Gespräch über Taufe und Gemeindemitgliedschaft nur eine einzige Frage stellen: „Glaubst du, dass du dafür bereit bist?“

Genau das tut Johannes der Täufer jedoch nicht, als er sich weigert, die Menschenmenge zu taufen, die zu ihm kommt (). Und genau das tut auch Jesus nicht, als er sich in der Menschenmenge, die an ihn „glaubte“, nicht anvertraut (). Kurz gesagt: Die Entscheidung, jemanden öffentlich als Christen anzuerkennen, betrifft mehr als nur diese Person und den Herrn. macht deutlich, dass es die Gemeinde ist, die „bindet“ und „löst“.

Langsam vorzugehen ist besser als vorschnell zu handeln

Abschließend möchte ich zwei Gründe nennen, warum es bei jungen Menschen besser ist, vorsichtig und langsam vorzugehen als übereilt zu handeln. Erstens gibt es eine ausdrückliche Warnung davor, am Abendmahl teilzunehmen, wenn man es nicht in der richtigen Weise tut (siehe ). Deshalb müssen wir überzeugt sein, dass diejenigen, die an den Tisch des Herrn kommen, dies auch in angemessener Weise tun können.

Zweitens beruht unsere gerechte Stellung vor Gott in keiner Weise auf der Taufe, dem Abendmahl oder der Gemeindemitgliedschaft, genauso wenig wie sie auf irgendeinem anderen Aspekt unseres Gehorsams beruht (,14). Unsere Beziehung zu Gott gründet sich allein auf sein rettendes Handeln in Jesus Christus, das wir durch den Glauben empfangen. Deshalb können wir, wenn es Weisheit erfordert, mit der Taufe einer jungen Person warten, ohne befürchten zu müssen, sie dadurch geistlich zu gefährden. Denn wir wissen, dass Gott selbst den Gottlosen rechtfertigt ().

Dieser Beitrag erschien zuerst bei 9Marks. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung. Mehr von 9Marks.

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Über den Autor

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Scott Daniel

Autor

Scott Daniel ist der Pastor der Cornerstone Baptist Church in Winston-Salem, North Carolina.

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