Hingabe & Nachfolge

Alles hat mich enttäuscht. Nur Jesus nicht.

Justine Bathurst7 Min. LesezeitQuelle: The Gospel Coalition

Auf einen Blick

Haustiere, Subkulturen, Drogen, Sex, Spiritualität – Justine Bathurst hat vieles versucht, um sich selbst zu finden. Dieser Artikel erzählt ihren Weg vom Scheitern all dieser Versuche hin zur Begegnung mit Jesus Christus.

Als ich in der Mittelstufe war, hatte ich sechs verschiedene Haustiere: einen Hamster, eine Ratte, einen Gecko, ein Kaninchen, eine Katze und einen Hund. (Eine Schildkröte wollte ich auch unbedingt aber meine Mutter sagte nein.) Jedes Mal, wenn ich ein neues Tier in Betracht zog, dachte ich: Dieses Tier wird mich vervollständigen. Und jedes Mal lag ich falsch.

Ungefähr zur gleichen Zeit entdeckte ich das Internet und lernte verschiedene Kleidungsstile und die damit verbundenen Identitäten kennen. Ich verliebte mich in die Goth- und Emo-Subkulturen und in die Rebellion, die schwarzem Eyeliner und aufgetürmtem Haar innewohnte und fing an, mich mit ihnen zu identifizieren. Ich färbte meine Haare knallpink, dann blau, und trug kniehohe schwarze Converse und Doc Martens.

Wie bei den Tieren glaubte ich, dass ich diesmal gefunden hatte, was ich suchte: etwas, woran ich mich festhalten konnte und das mich ganz zu mir selbst machen würde.

Mich selbst entdecken

Auch wenn ich diesen Stil irgendwann hinter mir ließ, blieb ich tief im Internet verankert. Ich entdeckte Tumblr, mein iPhone füllte sich mit Fotos von unnatürlich dünnen Mädchen, mit Posts darüber, wie man sich aushungert, um noch dünner zu werden, und mit Inhalten, die Sex, Drogen und Alkohol verherrlichten.

Gleichzeitig sagten mir Zeitschriften an den Supermarktkassen, dass mein Wert in meinem Aussehen liegt. Ich schaute Serien wie Skins und Gossip Girl, die betrunkene Hookups und Rebellion als aufregend, glamourös und geradezu notwendig darstellten. Das also war es, was ich werden musste, um das gute Leben zu finden: promiskuitiv, dünn und betrunken.

Ich glaubte, dass ich diesmal gefunden hatte, was ich suchte: etwas, woran ich mich festhalten konnte und das mich ganz zu mir selbst machen würde.

Mit 17 hatte ich bereits Kokain ausprobiert und sogar eine Überdosis überlebt. Ich trank schon seit einigen Jahren auf Partys, rauchte gelegentlich Weed und warf mich in die Welt der flüchtigen Beziehungen. Ich war überzeugt, dass dieses junge, wilde und freie Leben nicht nur befreiend war, sondern auch der beste Weg, die zu werden, die ich sein sollte. Gleichzeitig nagte in mir das Gefühl, dass unverbindlicher Sex mich nur einsamer machte.

Ich verließ meine Heimatstadt und ging zum Studium nach Madrid, in der Überzeugung, ein neuer Ort würde mir zeigen, wer ich bin. Bald fühlte ich mich tief einsam und traute mich kaum, Freundschaften zu schließen. Ich fing an, allein zu trinken, und redete mir ein, das sei eine coole und verführerische Art zu leben, schließlich hatte mir die Welt, in der ich aufgewachsen war, genau das vorgespielt.

Zu Beginn meines zweiten Studienjahres saß ich allein in meiner Wohnung und klickte auf ein YouTube-Video einer Beauty-Bloggerin, die ich seit meiner Kindheit mochte. Sie erzählte von ihrem Kampf mit Magersucht. Ich schaute es an, weil man, wenn man sich selbst aushungert, in den Geschichten anderer über ihre Essstörungen gerne eine Motivation findet, es noch weiter zu treiben. Stattdessen erzählte sie, wie sie zu Jesus schrie und er ihr Leben rettete.

Ich erinnere mich, wie ich meinen Laptop zuschlug und in Tränen ausbrach. Ich beschloss, eine Gemeinde zu besuchen, und ging am nächsten Sonntag zum ersten Mal hin. Zwei Monate lang liebte ich es. Ich glaubte, meine neue und vollkommene Identität als Christin finden zu können. Aber mein damaliger Freund hielt es für keine gute Idee, Jesus nachzufolgen, und Menschen, die mir nahestanden, fanden das Christentum bestenfalls merkwürdig und schlimmstenfalls zutiefst schädlich. Mehr noch: Mir wurde klar, dass es bedeuten würde, auf so vieles zu verzichten, um das ich mein Leben aufgebaut hatte und das wollte ich nicht.

Also hörte ich auf, in die Gemeinde zu gehen. Aber kurz bevor ich aufhörte, erlebte ich noch einen Gottesdienst, in dem der Pastor uns aufrief, nach Hause zu gehen und zu beten: „Gott, zeig mir, wie sehr ich dich brauche.“ Das tat ich und dachte nicht weiter darüber nach.

Am Ende meiner selbst

Ein paar Jahre später kam ich zu dem Schluss, dass der Grund, warum mich Beziehungen mit Männern letztlich nicht erfüllten, wohl darin liege, dass ich lesbisch sei. Eine Zeit lang datete ich Frauen und tauchte tief in das ein, wie ich mir eine lesbische Identität vorstellte: Ich schnitt mir alle Haare ab, trug weite Klamotten und bedeckte mich mit Tattoos.

Doch nachdem die anfängliche Aufregung verblasste, war ich genauso leer wie zuvor. Mein Alkoholkonsum hatte über die Jahre stetig zugenommen, und ich fühlte mich elend und außer Kontrolle. Nach einer besonders langen Nacht mit Alkohol und Kokain kam ich am nächsten Tag wieder zu mir, spürte echte Suizidgedanken und erkannte: Irgendetwas musste sich dringend ändern.

Ich fing an, zu den Anonymen Alkoholikern zu gehen, und versuchte, in den Zwölf Schritten eine neue Identität zu finden aber mit der „höheren Macht“ wurde ich nicht warm. Ich versuchte es mit Yoga, Kristallen und Laufen. Ich räucherte mein Zimmer aus, legte Tarot-Karten und vertiefte mich in die Astrologie. Ich dachte, mehr Weed und Pilze würden mir helfen zu verstehen, was in meinem Leben schiefläuft.

All das ließ mich besser fühlen aber immer nur für eine Weile. Ich konnte eine Yogini sein, aber ohne tägliche Praxis war ich voller Angst. Weed beruhigte mich, aber plötzlich konnte ich nur noch essen, wenn ich high war. Ich konnte Vollmonde verfolgen und mein Horoskop lesen, aber wenn es ungenau schien, verlor ich den Boden unter den Füßen. Ich begann Therapie und nahm ein Antidepressivum und einen Stimmungsstabilisator. Ich fand einen Job, den ich liebte, und versuchte weiterhin, mit dem Trinken aufzuhören.

Trotzdem war ich noch immer unglücklich.

Mich selbst in Jesus finden

Es war Zeit, Jesus erneut in Betracht zu ziehen. Ich fing an, Bücher zu lesen und Podcasts zu hören, weil ich wusste, dass ich diesmal absolut sicher sein musste, dass das Christentum wahr ist, bevor ich ihm nachfolgen würde.

Nach monatelangem Nachforschen konnte ich die Wirklichkeit nicht länger leugnen: Jesus ist der Sohn Gottes, der Mensch wurde, ein vollkommenes Leben lebte und einen brutalen Tod starb, den ich verdient hätte, um mich davon zu erretten. Ich wusste, dass Jesus von den Toten auferstanden ist und heute im Himmel regiert. Und ich wusste, dass ich zwei Möglichkeiten hatte: das alles ignorieren und den Gott des gesamten Universums ablehnen oder meine neue und endgültige Identität in Christus finden.

Ich wusste, dass ich zwei Möglichkeiten hatte: die Wahrheit ignorieren und den Gott des gesamten Universums ablehnen oder meine neue und endgültige Identität in Christus finden.

Ich machte mir Sorgen, dass Menschen, die mir nahestanden, diesen neuen Glauben wieder für albern oder anstößig halten würden. Ich wusste, es würde aussehen, als würde ich gerade die nächste Phase durchmachen, die ich bald wieder hinter mir lassen würde. Ich wusste, dass Ja zu Jesus zu sagen bedeutete, Nein zu dem Leben zu sagen, dem ich so lange nachgejagt hatte. Aber das Angebot, in Jesus endlich lebendig zu werden, war zu gut, um es auszuschlagen und ich war so verzweifelt nach ihm, wie man nach Luft verzweifelt, wenn man auf dem Grund des Ozeans ist.

Also sagte ich vor fast drei Jahren Ja zu Jesus. Durch die Kraft des Heiligen Geistes bin ich seitdem nüchtern, ungefähr genauso lange. Und obwohl mir von Menschen, die ich liebe, durchaus Gegenwind entgegenschlug, wurde ich zugleich stark unterstützt.

Kurz nachdem ich begann, Christin zu werden, erinnerte ich mich an die Aufforderung des Pastors, Gott zu bitten, uns unsere Abhängigkeit von ihm zu zeigen. Ich blickte auf die vier Jahre zwischen diesem Gebet und dem Moment zurück, als ich schließlich in Christus geborgen war, und erkannte: In seiner Güte hatte der Herr mir die ganze Zeit gezeigt, wie verzweifelt ich ihn brauchte. Ich hatte nicht das falsche Haustier oder die falsche Frisur oder das falsche Geschlecht zum Daten gewählt. Ich war tot und versuchte, ohne meinen Schöpfer lebendig zu werden.

Wenn deine Geschichte der meinen auch nur ähnelt, gibt es Hoffnung, die deine kühnsten Träume übersteigt. Und wenn deine Geschichte der meinen überhaupt nicht ähnelt, gilt dasselbe. Mein Bedürfnis nach Jesus war greifbar und offensichtlich. Deines ist es vielleicht nicht.

Vielleicht hast du im echten Leben noch nie eine Droge gesehen, und Promiskuität hat dich nie gereizt. Vielleicht hattest du nie das Gefühl, eine Identität zu brauchen, an der du dich festhalten kannst. Dafür bin ich dankbar und dennoch möchte ich dich ermutigen anzuerkennen, dass wir beide Jesus brauchen. Lass ihn dich aus der Herrschaft der Finsternis erretten und in sein Reich des Lichts willkommen heißen (). Hier ist es viel besser.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei The Gospel Coalition. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung. Mehr von The Gospel Coalition.

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